Wenn Du bitte meinen besten Dank an die wunderbaren, interessanten, netten und gastfreundlichen Menschen in der Siedlung Großer Bär weiterleitest insbesondere an Stepanida und Ivan die uns so ein interessantes Programm geboten haben.

Die Siedlung hat mir sehr gut gefallen, weil sie bereits so eine gute Infrastruktur hatte und es den Menschen dadurch erleichtert sich eine Art von Gewerbe direkt auf ihren Familienlandsitzen zu schaffen. Auch schien es, dass die Bewohner untereinander bereits recht wirksame Maßnahmen eingeleitet hatten um der Siedlung ein Einkommen zu verschaffen damit Gemeinschaftsprojekte finanziert werden können.
Faszinierend war es auch die vielfältigen Angehensmethoden im Bezug auf Landwirtschaft und Gartenbau zu sehen.
Alles Gute wünsche ich Euch allen, damit sich Eure Projekte so verwirklichen wie Ihr sie Euch vorgestellt habt, macht weiter so.

Herzliche Grüße

Russland - eine Reise - ein Traum?

Gemeinsam mit einer wundervollen Reisegruppe durfte ich vergangenen Sommer die Weiten der Rus kennenlernen. Unsere Reiseleiterin, Thea Baum, hat nicht nur die Reise an sich hervorragend organisiert, sondern auch ein sehr gutes Gefühl für Gruppen. Sie vermag es, die individuellen Bedürfnisse von jedem Einzelnen, in ein großes Ganzes zu integrieren, so dass sich jeder wohl und gut aufgehoben fühlen kann.

Ich wollte ja schon lange nach Russland - ganz besonders die Familienlandsitzsiedlungen und das schöne Land kennen lernen. So hab ich dann schließlich im Internet recherchiert, wie ich so eine Reise am Besten angehe und bin auf die liebe Thea Baum gestoßen, die genau solche Reisen anbietet! Ja, nach einigem hin und her überlegen, wann denn nun die beste Zeit für eine Reise ist, hab ich mich Ende 2018 dazu entschlossen, die BAIKAL-Reise bei Thea zu buchen. Also genügend Zeit, die Wochen im Kalender zu markieren, alles behördliche zu regeln und sich ein paar Gedanken zu machen, was denn alles mit soll auf so eine Reise. Zumal ich dann einfach noch eine Woche dran hängen wollte, die ich bei einer couchsurferfreundlichen Familie in Gelenzhik verbringen würde.

Mit viel Vorfreude und Neugierde auf die Reise, habe ich dann dem Sommer entgegengeblickt. Thea hat geduldig alle aufkommenden Fragen beantwortet und mich dann sogar zu einem Russlandreise-Treffen im Harz eingeladen, wo ich viele nette Menschen kennenlernen durfte, die fast alle schon mit Thea die ein oder andere Reise gemacht hatten. Allein dieses Wochenende war schon ein kleiner Traum - und ein Vorgeschmack auf die kommende Reise!

Zuerst ging es mit dem Flugzeug nach Yekaterinburg, wo ganz in der Nähe der Stadt einige Menschen eine kleine große Familienlandsitz-Siedlung aufbauen. Большая медведица - ‚Große Bärin‘ haben sie sie genannt. Und dort wurden wir auch gleich herzlichst von Stepanida willkommen geheißen. Sehr fürsorglich hat sie, unterstützt von der lieben Kristina aus Vedrussia, welche für diese Zeit ebenfalls zu Besuch war, für die gesamte Gruppe die köstlichsten Speisen zubereitet und hat dabei auch auf die Essgewohnheiten der einzelnen Gäste Rücksicht genommen - so hatte auch ich, als eine von zwei Veganerinnen in der Gruppe, eine unglaubliche Auswahl an Köstlichkeiten vor mir auf dem Tisch - und das zu jeder Malzeit!

Als wir uns dann, nach dem ausführlichen Essen, wieder bewegen konnten, wurden wir durch die Siedlung geführt, konnten den Gemeinschaftsplatz in der Mitte der Siedlung begutachten und eine Menge Fragen stellen, und wurden auch auf einige Familienlandsitze eingeladen - wo wir ebenfalls köstlichste Speisen serviert bekamen.

Der Platz in der Mitte der Siedlung dient für alle gemeinschaftlichen Aktivitäten - Besprechungen, Feiern, … und um dort einfach eine schöne Zeit zu verbringen. Auch gibt es dort eine kleine Bühne und einen Gemeinschaftsraum, eine Banja, ... und noch viel Platz für neue Ideen. Und natürlich viel Natur um Inspiration zu sammeln und die Seele baumeln zu lassen.

Die einzelnen Landsitze könnten verschiedener nicht sein - jeder ist Schöpfer seines eigenen Raumes der Liebe und macht es so, wie er es für richtig hält.

Manche haben zuerst damit angefangen, die verschiedenen Pflanzen auszusuchen und einzupflanzen, von denen sie später einmal autark leben möchten, andere haben mit dem Hausbau begonnen und kaufen das Obst und Gemüse noch in der Stadt.

Durch die Nähe zur Stadt arbeiten die meisten noch in Yekaterinburg und sind nicht vollkommen auf das autarke Leben auf dem eigenen Landsitz angewiesen - aber hinarbeiten tun sie alle darauf - jeder in seinem eigenen Tempo. Und das ist vollkommen in Ordnung so!

Jeder darf einfach sein. — Diese Einstellung finde ich einfach unglaublich schön.

Zwei der Familienlandsitze sind mir besonders in Erinnerung geblieben - wegen ihrer Vielfalt an Pflanzen und der einzigartigen Energie, die dort durch die Pflanzen und die Art, wie sie gesetzt wurden, entstand. Diese Familien konnten sich auch zu einem großen Teil selbst ernähren und müssen nur noch wenig zukaufen. Auch gab es auf einem der Landsitze Ziegen und Hühner - und die Ziegenmilch ist nach Aussage meiner Reisekollegen die beste Milch, die sie jemals getrunken haben. Und das glaube ich ihnen sofort - in einer solchen liebevollen Umgebung können die Ziegen nur eine hervorragende Milch geben!

Aber nicht nur Familienlandsitze haben wir besucht - wir durften auch einen ganzheitlich entspannenden Abend mit dem Banja-Meister Ivan verbringen, der uns nicht nur die Unterschiede von einer russischen Banja zu einer gewöhnlichen Sauna erklärt hat, sondern uns auch viel über das Heilen an sich erzählte. Natalie und ich durften schließlich noch eine traditionelle Banja-Behandlung genießen und wenn sich noch irgendeine Anspannung von der Anreise bis dahin gehalten hat, dann war sie danach definitiv verschwunden.

Auch das heilkräftige Zedernöl wird in der Siedlung selbst hergestellt und verkauft. Zur Zeit geschieht dies noch auf den einzelnen Landsitzen, aber ein großes Zedernhaus ist schon gebaut und wird noch weiter verbessert um auch darin Zedernprodukte herzustellen. Einer der Landsitzbewohner, die das Öl selber pressen, hat uns den gesamten Vorgang mit der Holzpresse gezeigt, in allen Einzelheiten erklärt und uns dann das frische Öl kosten lassen. Und was gibt es besseres als frisches Zedernöl, welches mit so viel Bedacht und Liebe hergestellt wird! Wir haben uns dann jeder auch ein kleines Fläschchen für daheim mitgenommen.

Zur Mittsommerzeit, zu welcher wir in der Siedlung zu Gast waren, wird jährlich ein großes Fest gefeiert - zwar haben wir das eigentliche Fest um ein paar Tage verpasst, aber die Menschen dort haben mit uns nocheinmal nachgefeiert - uns Kreistänze und Gemeinschaftsspiele gelehrt, welche sie sonst auch zu solchen Feierlichkeiten zelebrieren. Tanzen verbindet und durch die offenherzige Art der dort lebenden Russen fühlten wir uns sehr bald als Teil dieser schönen Gemeinschaft. Auch wenn ich nicht immer alles wörtlich verstanden habe - so gut ist mein Russisch nämlich noch nicht, und nicht alle Russen sprechen fließend englisch - so habe ich doch vieles mit dem Herzen verstehen können. Und ich denke, das ist vielleicht sogar der wichtigere Teil eines Austausches.

Nach einer wundervollen Woche in der Familienlandsitzsiedlung ‚Große Bärin' ging es dann von Yekaterinburg mit der Transsibirischen Eisenbahn weiter nach Irkutsk und von dort direkt an den Baikalsee - den größten Süßwassersee der Welt!

Johanna (26 Jahre, Österreich)